Ping Calls

Sehr viele Mobilfunknutzer haben schon einmal erlebt, dass ihr Handy entweder nur ganz kurz oder gar nicht klingelt. Wenig später meldet das Display einen verpassten Anruf. Die meisten Menschen geraten in Versuchung, einfach zurückzurufen, doch hierbei ist größte Vorsicht geboten: Oft handelt es sich um einen sogenannten Ping Call, der sich zur gefährlichen Kostenfalle auswachsen kann. Seit dem 15. Januar 2018 soll eine neue Maßnahme der Bundesnetzagentur dagegen helfen.

Was sind Ping Calls?

Ping Calls sind Spam Anrufe und als solche ein perfider Betrug.

Der Anruf kommt aus dem Ausland (in der Regel interkontinental), die Vorwahlnummer ähnelt aber einer bekannten deutschen Vorwahl. Die Angerufenen erkennen das nicht ohne Weiteres. Wenn sie zurückrufen, landen sie nicht nur einfach in einem oft afrikanischen Land, sondern dort auch noch auf einer sehr teuren Nummer. Diese kann einige Euro pro Minute und sogar schlimmstenfalls um zehn Euro in wenigen Sekunden kosten.

Solche Anrufe häuften sich in den letzten Jahren, der Schaden ist hoch. Diejenigen Nutzer, die zurückrufen, zahlen die Rechnung. Es gibt aber Möglichkeiten, sich dagegen zu wehren. Die Bundesnetzagentur, bei der sich zunehmend entsprechende Beschwerden häufen, hat den Telekommunikations-Dienstleistern schon verboten, bestimmte Anrufe zu berechnen. Natürlich sind die Betrüger erfinderisch, es tauchen immer wieder neue Nummern auf. Die Behörde empfiehlt den betroffenen Kunden daher, sich nötigenfalls auch bei einer regionalen Verbraucherzentrale Unterstützung zu holen. Auch eine Meldung der betreffenden Nummer ist sehr hilfreich, damit schützen hiesige Mobilfunknutzer andere Menschen vor diesem Betrug.

Ping Call aus Tunesien
Jan Böhmermann im NEO MAGAZIN ROYALE

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Worauf sollten Verbraucher achten?

Vorkehrungen treffen und der Kostenfalle entgehen.

Um der Kostenfalle zu entgehen, sollten Mobilfunkteilnehmer vielleicht einen verdächtig erscheinenden Anrufer gar nicht erst zurückrufen - ein Bekannter würde es wahrscheinlich erneut probieren. Fremde Nummern, die nicht in der eigenen Telefonliste auftauchen, sind damit per se verdächtig. So weit möchten viele Nutzer aber nicht gehen. Es kann helfen, die betreffenden Vorwahlen und ihre Ähnlichkeit mit deutschen Netzen zu kennen. Hierzu ist wichtig zu wissen, dass ein “+” immer vor der Ländervorwahl steht. Kommt der Anruf aus Deutschland, muss die Vorwahl “+49” heißen.

Ein Ping Call kann beispielsweise folgende Vorwahl haben, die einer deutschen Vorwahl ohne das +49 ähnelt:

  • +212 = Marokko, ähnelt der Vorwahl von Solingen 0212
  • +216 = Tunesien, ähnelt der Vorwahl von Mönchengladbach 02161, Viersen 02162 usw.
  • +257 = Burundi, ähnelt der Vorwahl von Emsdetten 02572 und weiteren deutschen Orten

Wenn aber der Anruf wirklich aus dem deutschen Netz käme, würde +49 als erste Kombination angegeben.

Was unternimmt die Bundesnetzagentur gegen die Spam Anrufe?

Ein neues Gesetz seit dem 1. Januar 2018

Um Ping Calls zu unterbinden, hat die Bundesnetzagentur die Netzbetreiber und Anbieter verpflichtet, bei einem Anruf des Telefonkunden in bestimmte Länder mit teurer Verbindung eine Ansage vorzuschalten.

Diese Ansage warnt generell vor hohen Gebühren. Die Verpflichtung greift ab dem 15. Januar 2018 und betrifft zunächst 22 Ländervorwahlen. Es ist eine generelle Ansage, die also auch Personen hören, die ganz bewusst jemanden in Marokko anrufen möchten. Sie schützt aber auch vor den betrügerischen Machenschaften. Es bleibt dennoch Vorsicht geboten. Wenn unbekannte, mysteriöse Nummern als verpasster Anruf auf dem Display stehen und wenn das Telefon (auch das Festnetztelefon) nur ganz kurz klingelt und dann eine Nummer angezeigt wird, könnte es sich generell um Spam Anrufe handeln.

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